10 Jahre Dortmunder Titanic Ausstellung
10 Jahre „Titanic" in Dortmund
Retrospektive einer Ausstellung!1997 drehte in Hollywood ein bekannter Regisseur Namens
James Cameron ein Epos über den wohl legendärsten Luxusliner
der Seefahrtsgeschichte namens Titanic.
Am Anfang als Flop gebrandmarkt, entwickelte sich dieser Film als der wohl grösste Blockbuster aller Zeiten.
Das Interesse an dem Unglücksdampfer nahm in der Öffentlichkeit stark zu. Clubs und Vereine wurden gegründet und auch die ersten Titanic Stammtische entstanden.
Zum Beispiel 1998 in Dortmund. Aufgrund verschiedener Presseartikel trafen sich zahlreiche Titanic Enthusiasten jeden Alters und Geschlecht.
Anfang 1999 entstand die Idee für eine private Ausstellung. Für den Standort kam eigentlich nur das „Alte Dortmunder Hafenamt" in Frage.
Schnell entschied die „Dortmunder Hafen AG" sich für die Bereitstellung der Räume im „Alten Dortmunder Hafenamt". Mit Unterstützung der „Gesellschaft zur Förderung von Hafen und Schifffahrt" wurde das Projekt realisiert.

Ausstellungsplakat 1999 Ausstellungsplakat 2000 Ausstellungsplakat 2005
Am 01.07.1999 konnte man rechtzeitig zum 100 jährigen Jubiläums des Dortmunder Kanalhafens die Ausstellung eröffnen.
Noch sehr unter dem Einfluss des Cameron Films, entstand eine wunderbare verspielte Ausstellung, mit viel Liebe zum Detail.
Keksdosen mit Jack & Rose, obligatorische Schneekugeln auf der einen Seite und aufwendige Bildcollagen auf der anderen.
Das alles entstand mehr oder weniger in Handarbeit und wurde durch Dutzende Mitglieder des „Dortmunder Titanic Stammtisches" in mühseliger Kleinarbeit gefertigt.
Sponsoren in dem Sinne gab es leider nicht. Alles wurde selber bezahlt und bereit gestellt.
Eigentlich war die Ausstellung nur für drei Monate geplant, wurde aber aufgrund grosser Zuschauerresonanzen von der „Dortmunder Hafen AG" immer wieder verlängert.
Alles geht einmal zu Ende und so auch ein Stammtisch. Im Sommer 2000 wurde die Ausstellung umgebaut.
Jens Ostrowski (der inzwischen sein erstes „Titanic" Sachbuch über den deutschen Benediktinerpater Peruschitz) veröffentlicht hat und Dirk Kernspecht waren die Drahtzieher.
Dank Sponsoren konnte man mit Hilfe schöner Bilderrahmen einen einheitlichen Gesamteindruck schaffen.
Die Ausstellung bewegte sich weg vom Film und wurde sachlicher.
Der Zuschauer erfuhr so etwas zur Planung und Bau der Titanic, die unterschiedlichen Klassen der damaligen Zeit, bis hin zur Kollision, Untergang und Rettung.
Dazu gab es eine Filmhistorie der verschiedenen Filme bis hin zu dem legendären Cameron Opus.
Schwerpunkte waren auch die deutschen Passagiere und das Wrack der Titanic.
Letztendlich wurde ein Meeresboden mit Wrackstücken erschaffen um ein Trümmerfeld zu simulieren.

Die Zeit verging und inzwischen war es schon 2005. Immer noch existierte die Ausstellung, war aber inzwischen doch etwas in die Jahre gekommen.
Dirk Kernspecht entschloss sich, dass Ganze wieder etwas zu restaurieren und eine neue Richtung zu geben.

Lebensgrosse Puppen wurden in die Glasvitrinen gestellt und verkörperten Auswanderer und 1. Klasse Passagiere.
Auch Buchautoren wie Pelz von Felinau oder Walter Lord wurden vorgestellt.
Ab 2005 wandelte sich die Ausstellung immer mehr. Einiges blieb, anderes kam neu dazu, altes wurde entfernt.
2007 hiess es dann „Titanic meets Cultur and Music". Dieses Projekt war mehr ein "After Titanic Event" und beschrieb den Einfluss von Kunst & Kitsch, Theater und Rockmusik durch die Titanic.
Zahlreiche namhafte Künstler wie Udo Lindenberg, Peter Schilling, Birth Controll und selbst der König von Mallorca Jürgen Drews nahmen sich des Titanic Themas an.

Es gab keinen Lebensbereich, der nicht vom Titanic Fieber betroffen war.
Durch Verlagerung eines Raums im Hafenamt wurde die Ausstellung komprimiert, was ihr letztendlich aber nicht schadete, im Gegenteil.
Heute ist die Ausstellung gereifter und leichter verständlich für jedermann.
Sie soll Spass bereiten, aber auch lehrreich sein. Immer mit dem Hintergrund, dass in der schicksalsschweren Aprilnacht des Jahres 1912 über 1500 Menschen im eiskalten Nordatlantik ihr Leben verloren.
Team der Ausstellung:
Stephanie Spieker
Jens Ostrowski
Dirk Kernspecht (Ausstellungsleiter)
Website: www.titanic-dortmund.de
Copyright Text: 2009 by Dirk Kernspecht
Copyright Bilder: 2009 by Dirk Kernspecht
Anmerkung und Epilog des Autors:
Hätte mich jemand vor 10 Jahren gefragt, wie lange die Ausstellung vor Ort sein wird, hätte ich ihm geantwortet für drei Monate.
Nie im Leben glaubte ich an 10 Jahre im „Alten Dortmunder Hafenamt".
Dank Menschen wie der Kulturwissenschaftlerin Ute Iserloh, die ständig durch die Ausstellung im Rahmen ihrer Aktionen führt, kommen immer noch viele Besucher.
Ich denke, dass es zumindest in Europa die mittlerweile längste Titanic Ausstellung ist.
Viele Menschen fragen mich immer wieder ob ich ein Spezialist für die Titanic wäre?
Ich muss das verneinen, so etwas bin ich nicht. Ich interessiere mich seit 1969 für diese Thema und würde mich eher als Hobby – Historiker mit einem Hang zur Seefahrt bezeichnen.
Da gibt es andere, wesentlich fundiertere Menschen wie Claes Göran Wetterholm oder Historiker wie Eaton und Haas.
Wen spricht diese Ausstellung an, welche Zielgruppe?
Sie soll alle interessierten Menschen jedes Alters ansprechen. Dafür wurde sie gemacht.